Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Erfurt-Süd eGDie GWG Erfurt-Süd eG stellt sich vor


Seit über hundert Jahren vermieten wir im Süden unserer Landeshauptstadt geräumige Wohnungen. 

 
Die ruhige Lage in der Nähe des Steigerwaldes, eine gute Nahverkehrsanbindung durch die Straßenbahnlinie 1 sowie Wohnhäuser aus der Zeit der Jahrhundertwende machen unseren Wohnraum zu einem besonderen Erlebnis.

Unsere Genossenschaft wurde im Jahre 1898 als "Baugenossenschaft des Thüringer Beamtenvereins für mittlere Wohnungen" gegründet.
Schon zu Beginn der Genossenschaft waren die meisten der damalig eingetragenen Mitglieder, Beamte in den Diensten der Staats-Eisenbahnverwaltung.
Die erste Aufgabe des damaligen Vorstandes bestand darin, Baugelände zu finden und zu einem günstigen Preis zu erwerben. Dies gelang durch den Kauf von ca 13000 qm Bauland im Erfurter Löberfeld.

Der Bau der ersten Häuser erfolgte in den Jahren von 1901  bis 1907. Diese als zweigeschossige Landhäuser, unter Verwendung von Jugenstilelementen, errichteten Wohnbauten, nahmen im Jahr 1907 den gesamten von der Genossenschaft gekauften Boden ein. Alle waren mit Vorgarten und bis auf die Eckhäuser mit bis zu 100 qm grossen Gärten hinter den Häusern ausgestattet.

In den Jahren 1908 bis 1914 ruhte zunächst die Bautätigkeit, da es nach den schweren Baujahren einer Zeit der Ruhe bedurfte, um sich finanziell zu festigen und den inneren Ausbau voranzutreiben.

Als im Jahre 1914 der erste Weltkrieg ausbrach, war an eine Fortführung der Neubautätigkeit nicht zu denken, da allerorts die Preise für Lieferungen und Leistungen des Handwerks spürbar angezogen hatten. Weiterhin gingen die Zinssätze für die aus Privathand erhaltenen Hypotheken in die Höhe. Die zu dieser Zeit und besonders nach 1918 stattfindende Inflation, wirkte sich natürlich auf den Zustand der Häuser aus. Es konnten keine der erforderlichen Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden. Im Jahr 1920 fand eine Explosion aller Ausgaben statt. Die Geschäfts- und Betriebsunkosten, Steuern, Versicherungsprämien sowie Kosten für Wasser und Erneuerungen betrugen das mehrfache gegenüber den Friedensjahren.

Im Jahre 1921 musste die Aufnahme von neuen Mitgliedern gesperrt werden, weil erst die Hälfte der Mitglieder eine Genossenschaftswohnung hatte und ein Weiterbau unter den gegebenen Umständen abgelehnt wurde.
In dieser Zeit ließen sich einige einschränkende Massnahmen nicht vermeiden, die vor allem durch die ständig steigenden Preise nötig wurden. So mussten die Mieten mehrfach erhöht werden, sie betrugen 1923 das 16-fache der Friedensmieten; am 1. November wird die Miete auf das 300.000.000-fache der Friedensmiete festgesetzt. Diese astronomischen Zahlen veranschaulichen deutlich die Wirkung der Inflation zu diesem Zeitpunkt.

1924 wird die "Rentenmark" eingeführt; langsam beginnen sich die wirtschaftlichen Verhältnisse zu stabilisieren. Nach Sicherung der notwendigen finanziellen Mittel, beginnt im Oktober 1924 der Bau des "Neubaublocks B" in der Viktor-Scheffel-Strasse welcher 1926 bezogen werden konnte. Wegen der Hergabe der 2. Hypothek durch die Reichsbahndirektion, wurden von den insgesamt 22 Wohnungen, 14 für Angehörige der Reichsbahn vorbehalten.

 

1929 beginnt der Bau von "Neubaublock C" in der Humboldstrasse zwischen Hohenlohe- und Viktor-Scheffel-Strasse. Geplant sind 3 Wohnungen zu 5 Zimmern. 30 Wohnungen zu 4 Zimmern und eine 3-Raumwohnung für den Heizer. Neu ist der Einbau einer Zentralheizung für den gesamten Block. Ab Juli 1930 konnte der Neubau bezogen werden.

In den folgenden Jahren richtete sich die Aufmerksamkeit vorwiegend auf Instandsetzungs- und Ausbauarbeiten. Es wurden in einigen Häusern Etagenheizungen eingebaut, notwendigen Renovierungen durchgeführt und neue Techniken wie zB. elektrische Türöffner oder Hausbriefkästen installiert.

Der zweite Weltkrieg brachte wiederum Veränderungen mit sich. Zu Beginn war vom Krieg nicht viel zu spüren. Aufgrund der Zeitverhältnisse mussten umfangreiche Arbeiten aufgeschoben werden. Renovierungen waren aber problemlos möglich. Die Neubautätigkeit wurde durch die Kriegslage stillgelegt. 1942 konnten Instandsetzungsarbeiten nur noch im Rahmen der Zulässigkeit weiter durchgeführt werden. Für alle Luftschutzräume wurden elektrische Heizöfen beschafft. Später wurden Luftschutzblenden aus Beton vor den Fenstern der Luftschutzräume angebracht.

Nach dem Ende des Krieges lagen die Prioritäten dann vornehmlich auf der Behebung der Kriegsschäden. Eine Aufnahme aller Schäden ergab, das zu ihrer Beseitigung etwa 70.000 RM nötig waren. Wegen Mangel an Arbeitskräften und Material kamen die Instandsetzungsarbeiten nur langsam voran. Wieder auftretende Mängel und die behelfsmässige Beseitigung führten zur Erhöhung der Gesamtkosten auf etwa 120.000 RM. In Anbetracht dieser Situation wurden die Mieter aufgefordert, sich selbst um die Beseitigung der Mängel zu bemühen. Die Mieter werden gebeten, mit ihren Wünschen Rücksicht auf die Wirtschaftslage zu nehmen. Es wird festgestellt, das der Zustand der Genossenschaftshäuser deutlich besser ist als der vergleichbarer Privathäuser in der Stadt.

Die Jahre von 1945 bis 1955 waren gekennzeichnet von Improvisation um die Bausubstanz zu erhalten. Durch die Aufnahme einer Hypothek in Höhe von 13.000 RM war es möglich, die Instandsetzungsarbeiten und die Behebung von Kriegsschäden mit eigenen Mittlen zu finanzieren. Allerdings mussten solche Reparaturen zeitweilig eingestellt werden, um die für Steuer- und Zinszahlungen sowie für die Tilgung der Hypotheken erforderlichen Mittel zur Verfügung zu haben. Rückblickend auf das Geschäftsjahr 1948 kann festgestellt werden, dass trotz Schwierigkeiten die Beseitigung der grössten Kriegsschäden abgeschlossen werden konnte. Dennoch wurden erst nach der Beendigung der Grundsanierung alle Kriegsschäden endgültig beseitigt.

Im Oktober 1955 besichtigte der Vorstand die Wohnungen. Das Ergenis war, dass es keine Wohnung gab, in der nach dem Krieg nicht mehr oder weniger grosse Instandhaltungsarbeiten durchgeführt worden waren. Der Zustand der Wohnungen konnte als gut bezeichnet werden, wenn auch viele berechtigte Wünsche noch nicht befriedigt werden konnten.

In den folgenden Jahren verbesserte sich der Zustand der Wohnungen weiter und die Mieter waren daran mit einer Vielzahl von Eigenleistungen beteiligt. Im Bericht von 1967 wird hervorgehoben, dass mit der vom Vorstand ständig vorgenommenen Mittelkontrolle die Grundlage für eine relativ schnelle Gesundung gelegt wurde. Die Mehrzahl der Darlehen konnten zurückgezahlt werden, so dass die dadurch freiwerdenden Zinsen und Tilgungsbeträge zugunsten der Werterhaltung bzw. weiterer Darlehenstilgungen verwendet werden konnten. Wie ein roter Faden zieht sich der Mangel an Baumaterial, fehlenden Handwerksapazitäten und unzuverlässigen Auftragnehmern durch die Jahre bis 1990. Es wurde immer wieder versucht, notwendige Instandsetzungsarbeiten durchzuführen welche aber aus dem einen oder anderen Grund nur unzureichend erledigt werden konnten.

Nach der politischen Wende 1990 kamen auf den Vorstand bisher nie gekannte Probleme zu. Man musste sich zB. mit Grundbüchern und Altschulden befassen. Glücklicherweise gab es keine Ansprüche von Alteigentümern, so dass die Eintragung in das Genossenschaftregister vorgenommen werden konnte. Dafür war eine neue Satzung auszuarbeiten.
Ein grosses Problem waren die marktwirtschaftlichen Preise für Handwerksleistungen, die in keinem Verhältnis zu den Mieterlösen standen, welche sich noch auf sozialistischem Niveau bewegten. Eine Bagatellreparatur kostete so viel, wie die Mieteinnahmen von 10 Wohnungen.
Man war sich bewusst, das es der Genossenschaft aus eigener Kraft nicht möglich war, den Bestand der Häuser auf "Westniveau" zu bringen.

Im Oktober 1991 wurde die Grundmiete um 1 DM je qm angehoben, verbunden mit einer erstmaligen Erhebung einer Vorauszahlung auf die Nebenkosten. Anfang 1992 war es möglich einen Kredit aufzunehmen.
Die Grundsanierung begann mit dem Ersatz der schlechtesten Fenster und der Umstellung auf Erdgas. Die Sanierungskonzeption für alle Häuser der Genossenschaft konnte zunächst nur die Erneuerung von Dächern, Fassaden und den Einbau neuer Fenster und Heizungen umfassen. Es wurde ein entsprechendes Sanierungskonzept erarbeitet.

1993 wurde das Haus Viktor-Scheffel-Strasse 62 instandgesetzt. Im Jahr 1994 begann die Sanierung unserer Häuser im grossen Stil. Mitunter wurde an 4 Objekten gleichzeitig gearbeitet. Viel Wert wurde dabei auf die Wiederherstellung der Jugendstilfassaden und den Aufbau von abgebrochenem Zierat gelegt.

1997 war die Grundsanierung bis auf kleinere Mängel abgeschlossen. Im September 1997 konnte der Vorstand mitteilen, das die 1992 erarbeitete Konzeption zur Sanierung in allen Punkten erfüllt worden war. Dachsanierungen, Erneuerung der Fenster, Einbau von Heizungsanlagen und Erneuerung der Elektroanlagen.

Hervorzuheben ist die Realisierung des seit langem diskutierten Plans, im ehemaligen Heizungskeller Humboldstrasse 21 und 22 eine Sauna einzubauen. Sie ist seit Dezember 1997 in Betrieb und in ihrer Gestaltung ein wahres Schmuckstück.

Über 100 Jahre sind eine stolze  und für eine Wohnungsgenossenschaft ungewöhnlich lange Zeitspanne. Wie Sie gesehen haben, haben wir uns entwickelt und sind gewachsen. In der Zukunft warten viele Aufgaben auf uns und wir werden diese Herausforderungen gemeinsam mit unseren Mitgliedern lösen.

Wenn Sie Fragen haben, verwenden Sie den Menüpunkt Kontakt oder besuchen Sie uns:

Jeden Donnerstag in der Zeit von 18.00 bis 19.00 Uhr steht Ihnen der Vorstand der GWG Erfurt-Süd in unserer Geschäftsstelle in 99096 Erfurt, Viktor-Scheffel-Strasse 4 für Fragen zur Verfügung.

 

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